EisZeiten im Helms-Museum. Na ja. Archäologische Ausstellung
eben. Immerhin nicht nur Vitrinen. Das Stofftier-Mammut in Originalgröße mit
dem Selfie-Point (Julias erstes Selfie!) hat schon was. Aber sonst? Eher
langweilig. Klar, die Funde aus St. Petersburg sind wirklich toll. Sachen, von
denen ich schon im Studium ganz ehrfürchtig gehört habe, jetzt im Original zu
sehen. Dazu Funde, Frauenstatuetten, von denen ich bis dahin nicht wusste, dass
es sie gibt. Bezaubernd. Schwangere Frauen in allen Stadien der Schwangerschaft.
Immer eine Statuette in einer Vitrine. Wenn ich nahe an die Vitrine trete, bebt
die Vitrine, wackelt die Frauenfigur. Hm. In der Gruppe diskutieren wir die
Ausstellungsdidaktik, die Ausstellungstechnik. Die Texte sind o.k., finde ich, aber ehrlich:
da ist noch deutlich Luft nach oben. Das geht besser.
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Mittwoch, 30. November 2016
Menschen des Nordlichts
EisZeiten im Völkerkundemuseum Hamburg.Menschen des Nordlichts. Ein großer Raum, 20-30 Vitrinen
bzw. Inszenierungen. Meistens 100-200 Jahre alte Exponate, dazwischen
eingestreut vereinzelt Tafeln, die ins Heutige verweisen.
Was mich begeistert: Die drei schamanischen Masken, die ich
bis dato nur aus der Literatur kenne, endlich mal im Original zu sehen. Zu
studieren, wie sind die Federn angebracht, wie sind die Hölzer miteinander
verbunden. Das schamanische Kostüm in Ruhe von vorne, von hinten von der Seite
zu studieren, die Klapperbleche, die Applikationen, der Schnitt, die
Verzierungen. Alles genau zu betrachten, in mich aufzunehmen.
Was mich amüsiert: Die Eisbärfellhose von 1906 in der
Vitrine, auf dem Foto an anderer Stelle der Ausstellung der gleiche Schnitt,
die gleiche Hose 2009, fotografiert an einem Mann, der dazu das typische
karierte Baumwoll-Holzfällerhemd trägt, das Männlichkeit im kanadischen Outback
konstruiert. Der Damen-Slip aus Rentierhaut, moderner Schnitt, Datierung um 1900. Lederunterwäsche,
bei der mir wieder richtig klar wird, was es heißt in einer Gegend zu leben, in
der keinerlei pflanzliche Kleidungsstoffe verfügbar sind. Eine Unterhose aus Rentierhaut,
das hat schon was.
Was mich besonders berührt: Das Karius- und Baktus-Buch auf
Samisch. Auch Rentiernomadenkinder müssen Zähneputzen lernen. Das Foto der
Tschuktschen-Jungs in der Jaranga, die mit dem Handy daddeln. Das Zelt aufgebaut
wie eh und je, ebenso wie die Kleidung bestehend aus reinem Rentierfell, 1900
wie 2000 B.C., wie vermutlich bereits 19.000 und 20.000 B.P. Das Handy datiert eindeutig
nach 2010 B.C. Samsung Galaxy irgendwas.
Dreieinhalb Stunden haben wir in der Ausstellung verbracht.
Samstag, 26. November 2016
EisZeiten
Doppelausstellung in Hamburg: Die Kunst der Mammutjäger im
Archäologischen Museum Hamburg, Menschen des Nordlichts im Völkerkundemuseum.
Genau mein Ding. Eiszeiten, Steinzeiten waren im größten Teil meines
Archäologiestudiums mein Schwerpunkt. Ich habe sogar zwei Semester (Quartär-)Geologie studiert, um die ganzen
Zusammenhänge zu verstehen. Meine Diplom-Prüfung in meinem Nebenfach Geographie
ging u.a. um Rentierwirtschaft in Norwegen und Russland. Mein tiefes Interesse
ist Schamanismus, sowohl die materielle Kultur als auch die Technik. Meine Diplom-Arbeit habe ich über hölzerne Jagd- und Fischfanggeräte einer steinzeitlichen
sesshaften Meeresjäger-Kultur geschrieben. Und meine Sehnsuchtsgegenden habe
ich ja schon genannt. Ich freue mich auf heute und morgen. Heute
Völkerkundemuseum, morgen Archäologisches Museum.
Montag, 21. November 2016
Weihnachtsmärkte
Endlich wieder gesund. Letztes Jahr war ich nur auf einigen
Weihnachtsmärkten in Berlin am 1. Adventswochenende. Dieses Jahr geht es am 1.
Advent nach Hamburg und am 2. Advent nach Dresden. Ho Ho Ho. Glühwein testen,
Schnickschnack für den Weihnachtsbaum kaufen. Freunde treffen. Den
Weihnachtsmarkt in Stralsund gucke ich mir schon am Freitag an. Mit einem
Lucia-Chor aus der Partnerstadt Malmö in Schweden. Dieses Jahr hole ich nach,
was ich letztes Jahr verpasst habe.
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