Ich bin dabei mein altes Büro aufzuräumen bis in die
hintersten Tiefen des Schreibtischs. Dabei habe ich nicht nur uralte
Visitenkarten gefunden, die von Projekten zeugen, die längst abgerechnet sind.
Ich habe auch einen fisseligen Zettel gefunden, auf dem mein Passwort für
PayPal notiert ist. Nun muss man wissen, diesen Zettel suche ich seit locker
zwei Jahren. Meine Passwörter unterliegen zwei Regeln. Zum einen gibt es eine
zeitliche Entwicklung, eine Stratigraphie der Passwörter. Zum anderen sind
dienstliche und private Passwörter unterschiedlich. Erschwerend kommt hinzu,
dass ich mehrere E-Mail-Adressen habe. Und über die Anzahl der verschiedenen
von mir benutzten Varianten des Nutzerinnen-Namens will ich gar nicht spekulieren.
Für mein privates Passwort hatte ich mir damals, als das anfing mit E-Mail-Konten,
überlegt, was kann niemand wissen außer mir. Und habe das journalistische
Kürzel meiner ersten großen Liebe genommen. Das war damals schon 15-20 Jahre
her. Ich hatte keinerlei Kontakt mehr zu den Leuten von früher, insofern
erschien es mir eine sichere Sache. Pustekuchen. Unsicheres Passwort war die
Rückmeldung. Zum einen weil es dann doch ein amerikanischer Frauenvorname ist,
zum anderen weil es keine Sonderzeichen und Ziffern enthält. Enthielt! Nachdem
es moniert wurde, habe ich eine Zahl eingefügt. Hat trotzdem nicht geholfen, das
Passwort wurde geknackt und es wurde auf meinen Amazon-Account in Amerika
eingekauft. Insofern habe ich alle privaten Passwörter geändert. Dachte ich.
Der gefundene Zettel sagt nun etwas anderes. Da ist also nicht nur
Handlungsbedarf, sondern auch endlich Handlungsmöglichkeit. Jetzt ist nur noch
die Frage, wie das Passwort bei der Bahn für den Firmenkundenaccount war. Da
komme ich im Augenblick nämlich auch nicht rein.
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