Ab nächste Woche steht wieder eine Deutschlandreise für mich an. Ich besuche die fünf anderen Hochschulen in Deutschland, die auch einen Frauenstudiengang im Portfolio haben. Ich will wissen, was machen die an Marketing, wie läuft bei denen die interne und externe Kommunikation zum Studiengang, wie haben die Studentinnen den Frauenstudiengang entdeckt und und und.
Nun sind die Frauenstudiengänge ziemlich über das Bundesgebiet verstreut. In Wilhelmshaven kann man, genau wie bei uns, Wirtschaftsingenieurwesen studieren, Bremen, Berlin und Furtwangen bieten Informatikstudiengänge an und Jena glänzt mit einem Elektrotechnik-Studiengang. An jeder Hochschule habe ich anderthalb bis zwei Tage eingeplant, damit
ich genug Zeit habe, mit den Leuten vor Ort zu sprechen. Und so fahre ich über Wilhelmshaven (und Oldenburg - Jade Hochschule mit drei Standorten) nach Bremen (mit vier Standorten, aber immerhin in einer Stadt). Nach einem kurzen Wochenend-Intermezzo in Stralsund geht es in der darauffolgenden Woche nach Berlin und Jena. Und wenn ich schon mal so weit im Süden bin, fahre ich gleich durch in den Schwarzwald. Da habe ich ein gemütliches Wochenende frei, bevor Montags und Dienstags die Gespräche in Furtwangen anstehen. Und dann über einen Zwischenstopp zurück nach Stralsund. Statt Weltkulturerbe gibt es diesmal Hochschulen zu begucken. Im November geht es nochmal los, dann nach Mülheim/Ruhr. Dort planen sie einen Frauenstudiengang Maschinenbau.
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Mittwoch, 4. Oktober 2017
Montag, 18. September 2017
Welcome on Board
Heute pulsieren fette Beats durch die Hochschule. Für die Bewerbungsgespräche, die wir heute führen, ist das natürlich nicht so optimal. Für die knapp 500 Studis, die heute bei uns ankommen, ist es super. Auch meine Stimmung hebt es in den Pausen zwischen den diversen Terminen, in denen ich über den Campus flitze. Und so stehe ich glücklich fröhlich grinsend am Fotostand meiner Kollegin Conny Eisfeldt und sie schießt mit ihrer Lumix-Kamera ein Polaroid von mir.
Auf dem Weg zum nächsten Termin finde ich ein liegengebliebenes Give Away von unserer neuen Marketing- Kollektion. Schick schick. Oder auch nicht 😎
Auf dem Weg zum nächsten Termin finde ich ein liegengebliebenes Give Away von unserer neuen Marketing- Kollektion. Schick schick. Oder auch nicht 😎
Samstag, 1. Juli 2017
Mikropolitk, Macht (und Frauen)
Ich sitze im Hotel Alte Canzley in Wittenberg. Eigentlich fängt
jetzt, heute, hat schon längst angefangen, meine Weltkulturerbereise. Ich merke
aber, ich muss meine Gedanken sortieren, meine Gedanken klären, meine Gedanken
leeren von dem ganzen Input aus der Fortbildung vorgestern und gestern zum
Thema Macht und Mikropolitik in Hochschulen. Außerdem schüttet es draußen. Es
ist schon meine zweite Fortbildung zu dem Thema. 2011 haben wir uns im Projekt
KarriereWege zwei Referentinnen unter dem Aspekt Frauen und Macht eingeladen,
was sich dann als Schulung in Mikropolitik entpuppte. Und sich als ziemlich
ergiebig erwies für meine eigene Entwicklung, für meinen eigenen Umgang mit
Macht. Das Problem, mit dem ich mich immer wieder konfrontiert sehe, ist die
negative Bedeutung von Macht, bzw. die völlige Überhöhung von Macht. Ich kann
mich davon nicht freisprechen. Ich bin eine Macherin. Macht kommt von machen.
Trotzdem fällt es mir schwer, mich als mächtige Frau zu begreifen. Als
kompetent ja, vielleicht sogar als einflussreich. Aber als mächtig? Mächtig
sind doch immer die anderen, die da oben.
Die meisten Leute kennen die Definition von Weber (1921): „Macht
bedeutet jede Chance innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch
gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ Gruselig.
Da kriege ich sofort Hörnchen. Macht bedeutet demnach (so kommt es bei mir an)
andere zu überrennen, übertölpeln, zu dominieren, anderer Leute Meinungen und
Rechte auszuhebeln um des eigenen Vorteiles Willen. So eine Macht will ich
nicht. Punkt. Ich will Gleichberechtigung, gleiche Chancen und Möglichkeiten,
Raum für Ausloten und Ausbalancieren unterschiedlicher Wünsche, Bedürfnisse,
Ansprüche. Dafür setze ich meine Macht ein. Hier setzt nämlich mikropolitisches
Handeln ein und an. Mikropolitik bedeutet, ich nutze die Ermessensspielräume,
die Handlungsspielräume, die ich habe, um Dinge zu erreichen die mir wichtig
sind. Dass mein Kind auf meinen Wunsch/Befehl hin eine Regenjacke anzieht auf
dem Weg zur Schule und dann entscheidet es will lieber diese oder jene Jacke
oder gar den Regenschirm, ist eben genauso/mikropolitisches Handeln (und
Machtausübung), wie die Diskussion um das Abstimmungsverhalten bei der Ehe für
alle oder das Gerangel um den Abstimmungszeitpunkt oder die Möglichkeit
überhaupt zur Abstimmung. Also: mikropolitisches Handeln findet immer da statt,
wo es unterschiedliche Meinungen und Ansichten gibt, und eine Entscheidung
getroffen werden muss. Und sei es nur die Entscheidung, vorerst keine
Entscheidung zu treffen.
Jeder und jede hat eine Einflussmöglichkeit größer Null. Und
sei es nur, dass ich mich verweigere, Veränderungen herauszögere, blockiere. In
einem demokratischen Gemeinwesen, wie in Deutschland sogar deutlich größer
Null. Wie ich meinen Einfluss nutze, ob positiv für etwas, oder negativ gegen
etwas, das entscheide ich selbst. Und auch welche Taktiken ich für meine
Einflussmöglichkeit nutze, liegt an mir. Ich kann schmeicheln, kann
manipulieren, ich kann drohen (bis hin zu erpressen), ich kann bestechen oder
auch nur positive finanzielle Anreize schaffen, ich kann Allianzen bilden, mich
einer Gruppe anschließen. Alles möglich, und vieles sehr legitim. Aber eben
nicht alles.
Insgesamt gibt es neun verschiedene Grundtypen
mikropolitischer Einflusstaktiken. Männlein und Weiblein unterscheiden sich da
mal wieder statistisch in ihren bevorzugten Methoden. Männer setzen am
häufigsten offenen Druck und Einschüchtern/Ausspielen von Autorität ein, kein
Wunder, dass Macht also so einen schlechten Ruf hat. Frauen sind nur marginal
besser: Sie suchen sich Peer Kontakte, offener Druck liegt bei ihnen „nur“ auf
Platz 2. Am erfolgreichsten sind übrigens die Taktiken Rationale Überzeugung,
Inspirierende Appelle und Konsultation/Partizipation.
Insofern habe ich bei dem Seminar keine großen Erwartungen
an eine steile Lernkurve gehabt. Doch dann war es so informativ und umfassend,
dass ich beide Abende ziemlich platt war. Am Beispiel Organisation Hochschule
und Position/Rolle Gleichstellungsbeauftragte sieht das weite Feld der
Mikropolitik auf einmal sehr sehr komplex aus. Sorgfältig mit der mir
zugegebenen Macht umgehen, meine eigene Macht ethisch korrekt einsetzen, vor
Verantwortung und Entscheidungen nicht zurück schrecken, Allianzen,
mikropolitische Beziehungen über verschiedene Ebenen aufzubauen, aufrecht zu
erhalten, meine gleichstellungspolitischen Ziele verfolgen, die zugehörigen
Entscheidungsfreiräume erkennen, Praktiken der Inszenierung von Macht erkennen
und verstehen. Mein Fazit: Mikropolitik ist kleinteilig und vielfältig. Aber
eines ist sicher: Wenn ich nicht positiv Mikropolitik einsetze, wenn ich die
Macht, die ich habe, nicht einsetze für die Dinge, die mir wichtig sind, dann
frisst die Mikropolitik der anderen mich meine Schutzbefohlenen, meine Ziele.
Und dann ist auf einmal nicht mehr die Frage, ob mikropolitischen Handeln
unethisch ist, sondern es wird ganz klar. Nicht mikropolitisch zu Handeln ist
unethisch.
Mittwoch, 28. Juni 2017
Hotel Bonhoeffer in Berlin-Mitte
Alle Jahre wieder gönne ich mir eine Fortbildung beim Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). Sündhaft teuer, deshalb kann ich da nur alle paar Jahre hin, aber immer hochgradig intensiv und professionell. Und immer in guter Umgebung. Beim ersten Mal, 2012, zum Thema Sponsoring und Private-Public-Partnership waren wir noch in einer hochvornehmen Art deco-Stuck-Villa, dem Harnack-Haus in Berlin-Dahlem. Total schick, aber irre weit draußen. Vor zwei Jahren, 2015, zum Thema Projektmanagement, war das Seminar schon in Berlin-Mitte, im Hotel Bonhoeffer. Und wie der Name vermuten lässt, es ist eins von ich weiß nicht wievielen Evangelischen Tagungshotels. Wovon die besondere Atmosphäre zeugt. Im Aufzug hängt direkt unter der Wettervorhersage die Tageslosung, im dritten Stock gibt es eine Kapelle, und das Miteinander der Angestellten erzeugt bei mir ein gutes Gefühl. Das kenne ich auf Dienstreisen in normalen Hotels auch ganz anders. Als ich gestern durch die Tür komme, begrüßt mich der Portier mit meinem Namen. Er erinnert sich tatsächlich an mich. Ich erinnere nur noch die freundliche Atmosphäre, den netten Umgang mit mir als Gästin (Übrigens ein Wort, das Luther geprägt hat, so neu ist geschlechtergerechte Sprache eben doch nicht☺). Dieses Jahr ist das Thema Mikropolitik. Passt zum Tagungssaal, der Geschichte geschrieben hst. Hier, im Kirchensaal des Bonhoeffer Hotels tagte der Runde Tisch Berlin in der Wendezeit.
Fortbildung heißt neues lernen. Jede Menge Theorie am ersten Tag. Mikropolitik hat mit Macht zu tun, knappen Ressourcen, Ethik bzw. dem Umgang von Menschen miteinander. Als ich mir vor Übermüdung, Überforderung, Überreizung nicht mehr zu helfen weiß, flüchte ich in die Kapelle. Die Bibel ist aufgeschlagen bei Psalm 36. Eingebettet in Klagen über Menschen, die nur ihren Vorteil suchen und andere benachteiligen, steht da in Vers 6-10: 6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes / und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. 10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. (Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart).
Vor allem der Satz "Du hilfst Menschen und Tieren", dass "Menschenkinder [...] Zuflucht haben" spricht mich an. Da gehe ich gestärkt ins Seminar zurück und fühle mich behütet.
Fortbildung heißt neues lernen. Jede Menge Theorie am ersten Tag. Mikropolitik hat mit Macht zu tun, knappen Ressourcen, Ethik bzw. dem Umgang von Menschen miteinander. Als ich mir vor Übermüdung, Überforderung, Überreizung nicht mehr zu helfen weiß, flüchte ich in die Kapelle. Die Bibel ist aufgeschlagen bei Psalm 36. Eingebettet in Klagen über Menschen, die nur ihren Vorteil suchen und andere benachteiligen, steht da in Vers 6-10: 6 HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. 7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes / und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren. 8 Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! 9 Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. 10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. (Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart).
Vor allem der Satz "Du hilfst Menschen und Tieren", dass "Menschenkinder [...] Zuflucht haben" spricht mich an. Da gehe ich gestärkt ins Seminar zurück und fühle mich behütet.
Dienstag, 20. Juni 2017
Dabei sein ist alles
Das wird ja immer als das goße Olympia-Motto verkauft: Dabei sein ist alles. Doch ich muss ehrlicherweise zugeben: Dabei sein UND gewinnen, dass macht den Tag so richtig süß.
Wenn einer mich fragt, ob ich Sport treibe, sage ich spontan nein. Sport ist Mord, da halte ich es mit Churchill. Denn meine Interpretation des Wortes Sport ist vor allem Anstrengung, Schmerz und Qual. Inkl. Schweiß und Tränen. Das ich knapp 3000 km des Jakobswegs gelaufen bin, dass ich jeden Dienstag Abend zum Feldenkrais gehe, dass ich einige kleinere und größere Fahrradtouren auf dem Buckel habe, das zählt für mich nicht unter die Sport-Mord-Variante. Das ist Bewegung, Fun, Ferienerlebnis. Genauso wie Tanzen, Hotten, Zappeln. Und ebenso Spaß und Freude wie so wunderbarer Blödsinn, mit Teilen der Belegschaft meiner Hochschule beim offenen Kreis-Drachenboot-Turnier teil zu nehmen. Da ich bei den beiden Trainingsterminen schon anderweitig belegt war, bin ich also zu Anlass des Rennens zum ersten Mal in so ein Boot gestiegen. Und ich war beileibe nicht die Einzige, bei der das so war. Immerhin haben wir Bildungsmenschen einen respektablen 6. Platz heraus gerudert, unsere Studis haben ganz knapp den 1. Platz verpasst. Zweitbester und Zweitletzer für die Hochschule Stralsund. Dabei sein ist alles! Aber dann, vier Wochen später, haben wir beim Stadtradeln den 1. Platz gemacht mit unserem Hochschul-Team. Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich jede Woche 50 km einfach mal so Fahrrad fahre. 9.900 km sind wir alle zusammen geradelt. Süßer Sieg über das ehrgeizige Sundflitzer-Team, die jeden Abend nochmal für eine Extrarunde aufs Fahrrad gestiegen sind, wenn wir als Hochschule mal wieder über den Tag mehr Kilometer gemacht hatten. Beim Drachenbootrennen waren sie noch besser als wir ...
Wenn einer mich fragt, ob ich Sport treibe, sage ich spontan nein. Sport ist Mord, da halte ich es mit Churchill. Denn meine Interpretation des Wortes Sport ist vor allem Anstrengung, Schmerz und Qual. Inkl. Schweiß und Tränen. Das ich knapp 3000 km des Jakobswegs gelaufen bin, dass ich jeden Dienstag Abend zum Feldenkrais gehe, dass ich einige kleinere und größere Fahrradtouren auf dem Buckel habe, das zählt für mich nicht unter die Sport-Mord-Variante. Das ist Bewegung, Fun, Ferienerlebnis. Genauso wie Tanzen, Hotten, Zappeln. Und ebenso Spaß und Freude wie so wunderbarer Blödsinn, mit Teilen der Belegschaft meiner Hochschule beim offenen Kreis-Drachenboot-Turnier teil zu nehmen. Da ich bei den beiden Trainingsterminen schon anderweitig belegt war, bin ich also zu Anlass des Rennens zum ersten Mal in so ein Boot gestiegen. Und ich war beileibe nicht die Einzige, bei der das so war. Immerhin haben wir Bildungsmenschen einen respektablen 6. Platz heraus gerudert, unsere Studis haben ganz knapp den 1. Platz verpasst. Zweitbester und Zweitletzer für die Hochschule Stralsund. Dabei sein ist alles! Aber dann, vier Wochen später, haben wir beim Stadtradeln den 1. Platz gemacht mit unserem Hochschul-Team. Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich jede Woche 50 km einfach mal so Fahrrad fahre. 9.900 km sind wir alle zusammen geradelt. Süßer Sieg über das ehrgeizige Sundflitzer-Team, die jeden Abend nochmal für eine Extrarunde aufs Fahrrad gestiegen sind, wenn wir als Hochschule mal wieder über den Tag mehr Kilometer gemacht hatten. Beim Drachenbootrennen waren sie noch besser als wir ...
Freitag, 9. Juni 2017
Den Geist ausgiessen
Nein, jetzt kommt keine christliche Predigt zum Pfingstfest. Obwohl - ein bisschen ist es schon so: Wo das Herz von voll ist, soll der Mund von reden. Nur ist im Moment mein Gehirn mit Sachen von der Arbeit so übervoll, dass zum einen das Herz nicht viel zu sagen hat, und zum anderen meine geistige Kreativität voll belegt ist.
Wenn mich jemand fragt, ob ich kreativ bin, sage ich spontan nein. Meine zeichnerischen und gestalterischen Künste haben in einem DIY-Umfeld bestenfalls Schulnote 3. Befriedigend. Reicht so beim Ostereier anmalen, Adventskranz herstellen, solche Sachen. Wirklich ausleben kann ich meine mir eigene Kreativität im Organisatorischen. Es ist kein Zufall, dass ich in meinem ersten Berufsleben Hotelfachfrau geworden bin. Gib mir die Art des Events, die Anzahl der Gäste, sprich mit mir die Location und das Budget durch, und der Laden läuft. All die vielen kleinen 1000 Anforderungen kriege ich relativ souverän geregelt. Wenn das eine nicht klappt, habe ich mindestens zehn Ideen, wie es anders klappen kann. Kreativität eben.
Solche 2000 kleinen Anforderungen (und drei große) habe ich im Moment auf der Arbeit. Organisation einer hochkomplexen Reise zu den Hochschulen, die auch Frauenstudiengänge haben mit Leitfaden-gestutztem Interviews, einen Antrag zum Arbeitgeberpreis 2017 Mädchen und Technik, der Rechenschaftsbericht der Gleichstellung 2016, dazu zwei kleinere Anträge an die Gleichstellungskommission und das Rektorat, dann der Fortgang der Bilder für die neue Website, eine Anleitung zur geschlechtergerechten Sprache für die Hochschule, und und und.
Letzteres ist etwas, damit haben sich schon Myriaden von Gleichstellungsbeauftragten auseinandergesetzt. Aber nun bin ich gefordert für meine Hochschule. Zum Glück habe ich Spaß an Sprache und bin da auch kreativ. Einen Antrag und ein Statement habe ich schon abgegeben, warum es geschlechtergerechte Sprache an der Hochschule braucht, und wie das aussehen könnte. Ich mag das GenderSternchen, weil es eben alle Formen des Seins einschließt (und meine Gleichstellungskommission mag es auch ☺). Trotzdem braucht es Ideen darüber hinaus. Fast drei Seiten habe ich tabellarisch zusammengestellt, welche anderen Ausdrucks-Möglichkeiten es für einen Teil unserer Standard-Fälle gibt. Da habe ich wahrlich meinen Geist ausgegossen.
Wenn mich jemand fragt, ob ich kreativ bin, sage ich spontan nein. Meine zeichnerischen und gestalterischen Künste haben in einem DIY-Umfeld bestenfalls Schulnote 3. Befriedigend. Reicht so beim Ostereier anmalen, Adventskranz herstellen, solche Sachen. Wirklich ausleben kann ich meine mir eigene Kreativität im Organisatorischen. Es ist kein Zufall, dass ich in meinem ersten Berufsleben Hotelfachfrau geworden bin. Gib mir die Art des Events, die Anzahl der Gäste, sprich mit mir die Location und das Budget durch, und der Laden läuft. All die vielen kleinen 1000 Anforderungen kriege ich relativ souverän geregelt. Wenn das eine nicht klappt, habe ich mindestens zehn Ideen, wie es anders klappen kann. Kreativität eben.
Solche 2000 kleinen Anforderungen (und drei große) habe ich im Moment auf der Arbeit. Organisation einer hochkomplexen Reise zu den Hochschulen, die auch Frauenstudiengänge haben mit Leitfaden-gestutztem Interviews, einen Antrag zum Arbeitgeberpreis 2017 Mädchen und Technik, der Rechenschaftsbericht der Gleichstellung 2016, dazu zwei kleinere Anträge an die Gleichstellungskommission und das Rektorat, dann der Fortgang der Bilder für die neue Website, eine Anleitung zur geschlechtergerechten Sprache für die Hochschule, und und und.
Letzteres ist etwas, damit haben sich schon Myriaden von Gleichstellungsbeauftragten auseinandergesetzt. Aber nun bin ich gefordert für meine Hochschule. Zum Glück habe ich Spaß an Sprache und bin da auch kreativ. Einen Antrag und ein Statement habe ich schon abgegeben, warum es geschlechtergerechte Sprache an der Hochschule braucht, und wie das aussehen könnte. Ich mag das GenderSternchen, weil es eben alle Formen des Seins einschließt (und meine Gleichstellungskommission mag es auch ☺). Trotzdem braucht es Ideen darüber hinaus. Fast drei Seiten habe ich tabellarisch zusammengestellt, welche anderen Ausdrucks-Möglichkeiten es für einen Teil unserer Standard-Fälle gibt. Da habe ich wahrlich meinen Geist ausgegossen.
Montag, 3. April 2017
Seximus
Manchmal machen mich meine Kollegen rasend. Nicht alle, aber einige davon. Aber von vorne: im Mai steht die Wahl der neuen Gleichstellungsbeauftragten an. Wie bei jeder demokratischen Wahl gibt es eine Öffentlichkeitspflicht im Sinne von Wahlbekanntmachung am Schwarzen Brett, im Intranet und anderen geeigneten Medien. Unser Dekan hat zu anderen geeigneten Medien gegriffen, und die Info-Mail an alle geschickt. Auch die Männer. Die sind aber nach dem GlG MV nicht wahlberechtigt. Punkt. Ist blöd, ist ungerecht, vor allem weil die Gleichstellungsbeauftragte in MV für alle Beschäftigten wirkt. Sehe ich auch so. Ist aber so, ist Gesetz. Punkt. Und es ist gut und es ist sinnvoll, dass die Gleichstellungsbeauftragte eine Frau ist. Es ist gut, ist sinnvoll, ist berechtigt. Punkt. Weil Statistik, Realität und eigene Erfahrung die gleiche Sprache sprechen: Frauen und Männer sind in unserer Kultur nicht gleichberechtigt. Und Aufgabe einer Gleichstellungsbeauftragten ist diese Ungleichheit wenigstens punktuell weniger werden zu lassen. Doch manche von den Männern bei uns fühlen sich emotional so benachteiligt, dass sie sich jedes Mal aufs neue aufregen. Und dann kam die Diskussion so richtig in Schwung. Ende vom Lied war, dass mir ernsthaft erklärt wurde, männliche Kindergärtner seien widernatürlich, Frauen wollten keine Technik studieren, das wäre in ihnen nicht drin, ich wäre zu lange in meiner Gleichstellungswelt befangen, um die wahre Realität zu sehen. Und Frauen könnten nicht in männlichen Betrieben arbeiten, weil dann ja ein zweites Klo eingebaut werden muss. An dem Punkt bin ich ausgetickt. Dieses Uralt-Gammel-Argument, das vorne und hinten nicht stimmt. In Betrieben bis neun Personen reicht ein Klo. Mit der zehnten Person braucht es ein zweites Klo. Und ja, es muss getrennte Toiletten für Frauen und Männer geben. Und jetzt die Ausnahmeregelung: bis neun Personen ist es egal, ob eine Frau dabei ist. Oder ein Mann.
Was mich so wütend macht: diese Diskussion ist klassische AfD-Argumentation. Frauenhassend, frauenverachtend. Ich habe heute einen wunderbaren Blog gefunden, von einem Mann! HeForShe sage ich nur. Darin erklärt er nüchtern, warum wir den Feminismus brauchen.
Was mich so wütend macht: diese Diskussion ist klassische AfD-Argumentation. Frauenhassend, frauenverachtend. Ich habe heute einen wunderbaren Blog gefunden, von einem Mann! HeForShe sage ich nur. Darin erklärt er nüchtern, warum wir den Feminismus brauchen.
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Donnerstag, 9. März 2017
Sisterhood
Das ist ja fast wie früher. Die Kolleginnen kennen und erzählen Geschichten von legendären Frauentagsfeiern aus DDR-Zeiten. Damals ist wohl am 8. März in jedem Betrieb gefeiert worden. Bei uns war das ein bisschen eingeschlafen. Doch dieses Jahr hat sich die Hochschulleitung drauf eingelassen, und uns eine solche Feier ermöglicht. Kurze Begrüßung durch die Leitung, für jede Frau eine Rose, und dann gemütliches Beisammensein bei Schnittchen und Kaffee. Brot und Rosen in moderner Form. Ich war gemeinsam mit der Bibliothek das Kulturprogramm. Ich habe zu Frauen und Bildung in Stralsund erzählt, die Bibo hat Bücher zu Gender und Marketing, zu Frauen in Führungspositionen, Karriereratgeber für Frauen präsentiert. Und danach haben wir alle hochschulübergreifend zusammen gesessen und gequatscht, erzählt, gelacht. Waren zusammen als Frauen. Sisterhood. Ungeachtet all der Unterschiede, die wir in Persönlichkeit oder in Status und Aufgaben an der Hochschule haben.
Über meine Mails kam vorletzte Woche die Anfrage nach einer weltweiten gemeinsamen Meditation am Internationalen Frauentag von 19 bis 19.30 Uhr Ortszeit. Wir haben uns tatsächlich zu dritt bei mir getroffen, und meditiert. Sisterhood auf ganz andere Weise. Und was mich auch beeindruckt hat: die klare Aufforderung, die Männer in unserer Umgebung mit einzubeziehen.
Über meine Mails kam vorletzte Woche die Anfrage nach einer weltweiten gemeinsamen Meditation am Internationalen Frauentag von 19 bis 19.30 Uhr Ortszeit. Wir haben uns tatsächlich zu dritt bei mir getroffen, und meditiert. Sisterhood auf ganz andere Weise. Und was mich auch beeindruckt hat: die klare Aufforderung, die Männer in unserer Umgebung mit einzubeziehen.
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Freitag, 3. März 2017
Absacker mit Kollegen
Die meisten Menschen realisieren nicht, dass eine Hochschule auch ein ganz normaler Betrieb ist. Klar, wir bilden Studierende aus, und genauso klar, wir forschen zu spannenden Themen. Nichts desto trotz haben wir Betriebsversammlungen, Weihnachtsfeiern, Kollegengeburtstage und eben auch geselliges Beisammensein bzw. Bowlen oder Grillen mit Kollegen. Da unser Jahresablauf von unseren "Kunden", sprich den Studierenden, bestimmt wird, haben wir Hochbetriebszeiten und eher ruhige Zeiten auf Arbeit. Montag fängt das neue Semester an, also wieder Hochbetrieb. Von daher waren wir heute Abend mit den Kollegen (und den wenigen Kolleginnen) Bowlen. Platz 13 von 18 war mein Endergebnis. Mein Ziel unter die ersten Zehn zu kommen habe ich also auch dieses Jahr gnadenlos verfehlt. Aber immerhin schaffe ich schon von drei Runden zwei über 100 Punkte. Das jahrelange Üben zweimal im Jahr trägt langsam Früchte. Und als krönender Abschluss mit den Nachteulenkollegen in die Bar in der Hafenresidenz. Die Männer trinken Spezialcocktail Rum. Und ich geniesse einen Cool water Cocktail, danach einen Brugmann's mit geeisten Himbeeren und zu guter Letzt als Absacker einen B52. Die Barkeeperin der Hafenresidenz, Ines, hat einige Preise gewonnen, bevor sie in Stralsund sesshaft wurde. Und ihre Eigenkreationen sind wie immer anregend und ihre Empfehlungenn treffen genau meinen Geschmack.
Mittwoch, 1. März 2017
Festtagsprogramm
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Und wie Weihnachten kommt der Tag für viele ganz plötzlich. Da ich das weiß, halte ich mir die ganze Woche drum herum immer ziemlich frei. Denn die Termine purzeln auf die letzte Sekunde en masse herein. Klar, die Landesveranstaltung ist wie immer am 6. März, das lässt sich planen. Diesmal sogar in Stralsund im Ozeaneum, so dass ich keine Fahrtzeit habe. Außerdem muss ich da nur repräsentieren, sprich dabei sein. Doch bei den anderen Terminen bin ich Haupt-Act, um es mal musikalisch auszudrücken. Die Volkshochschule war vorbildlich. Bereits im Dezember haben sie angefragt, ob ich einen Abendvortrag zum Thema "Frauenbilder heute" machen will. Na klar. Mein Thema. Wie sieht eine mächtige Frau aus, woran erkenne ich sie? Wie bilden sich Stereotype, wie verändern sie sich? Endlich mal mein Sammelsurium an Ideen dazu bündeln, einzelne Punkte rauspicken. Ein Haufen Arbeit, der Spaß macht. Von der Volkssolidarität kam die Anfrage letzte Woche, zum Thema "Frauen der Reformation". So knapp geht das gar nicht. Ich recycle meinen Vortrag "Stralsund - Stadt der Frauen" und mache einen kleinen Exkurs zur Reformation. Für meine Hochschule recycle ich den Vortrag auch, allerdings mit dem Schwerpunkt auf Wirtschaftsfrauen. Dörti Genzkow, die Getreidehändlerin aus der Hansezeit nochmal zum Leben erwecken. Und von den Frauen aus dem vaterländischen Frauenverein erzählen, die sich zwischen 1870 und 1900 mit karitativem Stricken ein Haus in der Altstadt erwirtschaftet haben. Und dann ist da noch die Podiumsdiskussion der Mecklenburger AnStiftung im Krupp-Kolleg in Greifswald. Frauen im Ehrenamt ist angefragt. Sie wollen ihre neue 130seitige Studie vorstellen zu "Die Entdeckung des Wir-Gefühls". Da diskutiere ich im Podium mit den Machern der Studie. Seit wir vom Landesfrauenrat MV gemeinsam mit dem Frauenbildungsnetz unsere Broschüre rausgegeben haben, bin ich da als Gesprächspartnerin gefragt. Der Termin ist zum Glück erst übernächste Woche. Vor nächstem Wochenende schaffe ich das nicht, die Studie zu lesen. Denn meine normale Arbeit mit Marketing für den Frauenstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen und als Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule will auch gemacht werden.
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Donnerstag, 26. Januar 2017
Lebenslanges Lernen
Und ich habe richtig viel gelernt. Vor allem sprachtechnisch. Neue Worte mit neuem Inhalt, alte Worte mit neuem Inhalt und neue Worte mit altem Inhalt. Zweitägiger Workshop zum neuen Corporate Design und Website Relaunch. Mit dem neuen Namen müssen alle Werbematerialien meiner Hochschule angepasst werden. Und dann können wir das auch grundsätzlich angehen. Die Agentur, die schon die Websites der anderen fünf Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern erstellt hat, workshopt mit uns zwei Tage dazu. Und was habe ich alles an neuen Worten gelernt. Planning Runde der Product Owner für den Release Sprint. Definition of Done. Responsibilität. Mandantenbefähigung, Grooming. Der Scrum Master der fürs embediment zuständig ist. Yeah. Endlich ein schickes Wort für Kümmerer, das viel besser klingt als Koordinierung und Organisation. Da denke ich ernsthaft an einen neuen ESF-Antrag damit ich all diese schöne neue Welt Wörter auch anwenden kann.
Mittwoch, 4. Januar 2017
Upgrade
Das Konzil meiner Hochschule hat heute beschlossen, dass wir nicht mehr Fachhochschule heißen, sondern nur noch Hochschule. Damit klarer wird, dass wir sowas wie eine Uni sind. Das wirklich Schöne daran: alle Werbematerialien inkl. der Website müssen überarbeitet werden. Und damit steigen die Chancen, dass wir ein paar schöne Bilder von toughen, fröhlichen MINT-Studentinnen auf die Studiengangsflyer und den Internet-Auftritt kriegen.
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