Nein, jetzt kommt keine christliche Predigt zum Pfingstfest. Obwohl - ein bisschen ist es schon so: Wo das Herz von voll ist, soll der Mund von reden. Nur ist im Moment mein Gehirn mit Sachen von der Arbeit so übervoll, dass zum einen das Herz nicht viel zu sagen hat, und zum anderen meine geistige Kreativität voll belegt ist.
Wenn mich jemand fragt, ob ich kreativ bin, sage ich spontan nein. Meine zeichnerischen und gestalterischen Künste haben in einem DIY-Umfeld bestenfalls Schulnote 3. Befriedigend. Reicht so beim Ostereier anmalen, Adventskranz herstellen, solche Sachen. Wirklich ausleben kann ich meine mir eigene Kreativität im Organisatorischen. Es ist kein Zufall, dass ich in meinem ersten Berufsleben Hotelfachfrau geworden bin. Gib mir die Art des Events, die Anzahl der Gäste, sprich mit mir die Location und das Budget durch, und der Laden läuft. All die vielen kleinen 1000 Anforderungen kriege ich relativ souverän geregelt. Wenn das eine nicht klappt, habe ich mindestens zehn Ideen, wie es anders klappen kann. Kreativität eben.
Solche 2000 kleinen Anforderungen (und drei große) habe ich im Moment auf der Arbeit. Organisation einer hochkomplexen Reise zu den Hochschulen, die auch Frauenstudiengänge haben mit Leitfaden-gestutztem Interviews, einen Antrag zum Arbeitgeberpreis 2017 Mädchen und Technik, der Rechenschaftsbericht der Gleichstellung 2016, dazu zwei kleinere Anträge an die Gleichstellungskommission und das Rektorat, dann der Fortgang der Bilder für die neue Website, eine Anleitung zur geschlechtergerechten Sprache für die Hochschule, und und und.
Letzteres ist etwas, damit haben sich schon Myriaden von Gleichstellungsbeauftragten auseinandergesetzt. Aber nun bin ich gefordert für meine Hochschule. Zum Glück habe ich Spaß an Sprache und bin da auch kreativ. Einen Antrag und ein Statement habe ich schon abgegeben, warum es geschlechtergerechte Sprache an der Hochschule braucht, und wie das aussehen könnte. Ich mag das GenderSternchen, weil es eben alle Formen des Seins einschließt (und meine Gleichstellungskommission mag es auch ☺). Trotzdem braucht es Ideen darüber hinaus. Fast drei Seiten habe ich tabellarisch zusammengestellt, welche anderen Ausdrucks-Möglichkeiten es für einen Teil unserer Standard-Fälle gibt. Da habe ich wahrlich meinen Geist ausgegossen.
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Freitag, 9. Juni 2017
Donnerstag, 2. Februar 2017
Weiße Elefanten
Heute muss ich einen kurzen kürzest Vortrag über Gendergerechte Bildsprache halten. 10 Minuten für so ein hochkomplexes Thema. Und bitte keine schlechten Bilder zeigen, sondern gute, positive Beispiele, war der Wunsch. Die Geschichte mit dem weißen Elefanten, an den man (und frau) nicht denken soll. Okay. Pragmatische Zusammenfassungen gibt es bei den Österreicherinnen, hier auch was ausführlicher. Die knappste Zusammenfassung kommt aus Bayern. Der Knaller aber, der weiße Elefant, der sich in die Netzhaut brennt, sind Men-Ups, Bros being basic und die schlimmste von allen ManiGale. Die armen Motorräder.
Samstag, 7. Januar 2017
Neujahrsempfang mit Angie
Die Bundeskanzlerin ist meine "persönliche" Bundestagsabgeordnete. "Meinen" Wahlkreis 15, Vorpommern-Rügen, gewinnt sie per Direktmandat seit 1990 jedes Mal. Wenn also der Landrat zum Neujahrsempfang ruft, kommt sie selbstverständlich. Der Empfang ist in Trinwillershagen. und genau wie George W. Bush kriegen wir vom Gastwirt selbstgeschossenenes Wildschwein. Und dann haben wir über Listenplätze noch Sonja Steffen von der SPD und Kersten Kassner von der Linken im Bundestag. Drei Weiber von hier für Berlin. Wenn also der Landrat zum Neujahrempfang ruft, kommen mehrere hohe Tiere. Ob ihn das so nervös macht? Auf jeden Fall ist seine Rede rhetorisch so, dass man ihm einen Kurs in seiner kreiseigenen Volkshochschule wünscht. Gleichzeitig macht ihn das so menschlich. Und seine Rede so überzeugend. Der Inhalt ist gut und stimmig. Und er steht zu dem, was er
sagt. Das er selbst nicht mehr mit halbem Ohr weghört, sondern die Leute zur Rede stellt. Er fasst sich an seine eigene Nase. Kein Geschwalle, sondern konkret! Das sieht bei Angela Merkel anders aus. Eine Rede, bei der ich das Gefühl bekomme, sie entwickelt sie im Augenblick, auf uns im Kreis zugeschnitten, und gleichzeitig rhetorisch brillant. Trotzdem ist sie diesmal echt, erkennbar als Person. Keine - naja, wenig Worthülsen. Sie kriegt das hin, dass wir als Menschen vor Ort uns wahrgenommen fühlen. Und dann passiert es: Im Skript steht Ich bin Veteran der Wende. Sie merkt es beim Reden und verbessert sich in Veteranin ...
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