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Samstag, 21. April 2018
Lebenslanges Lernen
Gerade in Hochschulkontexten wird das Schlagwort vom Lebenslangen Lernen gerne gebraucht. Doch wie sieht die Realität aus? Irgendwie versteht darunter jeder was anderes. Ich fange im Nullkommanix an mich zu langweilen, wenn mein Gehirn nicht beschäftigt ist. Also habe ich heute auch noch die Prüfung zum Sportbootführerschein Binnen abgelegt, nachdem ich letztes Jahr die Prüfung zum Sportbootführerschein See erfolgreich abgelegt habe. Beides mit Null Fehlern. Na klar - heute morgen habe ich mich gefragt, warum ich so blöd bin, mich in meinem Alter einer Prüfung zu stellen. Prüfung ist immer Streß. Und gestern bei schönstem Sonnenschein am Strand zu liegen und zu lernen, hat mich auch zweifeln lassen. Doch jetzt bin ich mit stolz geschwellter Brust einfach nur zufrieden mit mir selbst. Und überlege, was ich als nächstes Lernen will. Der Sportseeeschifferschein oder der Sporthochseeschifferschein (aka Yachtmaster Ocean ) wäre da so eine Option. Oder das UKW-Funkerzeugnis. Oder nochmal eine zusammenhängende Coaching-Ausbildung für ein vernünftiges Zertifikat. Oder Russisch lernen - damit liebäugel ich ja schon was länger. Die Welt des Wissens ist groß. Zum Glück. Und solange ich lebe, will ich lernen. Das hält mich jung.
Montag, 19. Juni 2017
Schote des Tages
Mein Fahrrad ist weg! Oder doch nicht?
Heute morgen, Montag, komme ich aus der Tür, will mit dem Fahrrad zur Arbeit, doch mein Fahrrad ist weg. Steht weder vor noch hinter dem Haus. Geklaut? Oder doch nicht? Aber der Reihe nach. Samstag hatte ich ein emotionales Erlebnis zuviel, von einer ganzen Reihe von schönen und schwierigen Erlebnissen an diesem Tag. Fakt war, dass ich ziemlich viel geweint habe, viel mit mir gehadert habe, völlig belegt war, emotional, gedanklich, wie auch immer. Trotzdem hatte ich mich abends soweit gefangen, dass ich zu "Sing a Song" in der Baptisten-Gemeinde gegangen bin. Was schön war, auch wenn ich mit den zu christlichen Liedern dann doch ein wenig Probleme habe. Womit ich keine Probleme hatte, was wunderschön war, war der Chor Celebration aus der befreundeten Gemeinde in Mühlhausen, Thüringen. Wunderbare Lieder mit wunderbaren Texten. Über Masken, die man trägt, dass Gott einen so geschaffen hat, wie man ist, und es deshalb logisch ist, dass man so geliebt ist, so gewollt ist, wie man ist. Was in meiner psychischen Verfassung natürlich Labsal war, mich aber nicht unbedingt stabilisiert hat. Egal. Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Ich hatte mich mit einer Freundin verabredet zum Fest der AG Flüchtlingshilfe im Bürgergarten am Teich. Dort gibt es genug Gelände, dass ich eine gute Stunde am Teich sitzen konnte, aufs Wasser geschaut habe, und mich wieder beruhigt habe. Dachte ich. Habe mich ganz normal mit den Leuten unterhalten, die ich kenne, habe mit ein paar von den Flüchtlingen gequatscht, ein netter Abend. Und bin dann nach Hause. Der Bürgergarten ist so nah bei mir um die Ecke, dass ich da immer zu Fuß hingehe. Also bin ich auch zu Fuß nach Hause. Nur - hin bin ich mit dem Fahrrad. Da kam ich schließlich aus der Stadt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass mein Fahrrad da heute Abend noch steht. In mir drin ist heute morgen gleich der ganze Film abgelaufen. Ärgern, Polizei, Anzeige, ärgern, neues Fahrrad besorgen, noch mehr ärgern. Dabei habe ich nur in meinem ganzen inneren Durcheinander vergessen, das Fahrrad Samstag Abend mit zu nehmen. Die ganze Geschichte macht mir nochmal klar, wie sehr emotionales Belegt- und Beschäftigt-Sein klares Denken und Wahrnehmen der Alltagsrealität beeinträchtigt.
Heute morgen, Montag, komme ich aus der Tür, will mit dem Fahrrad zur Arbeit, doch mein Fahrrad ist weg. Steht weder vor noch hinter dem Haus. Geklaut? Oder doch nicht? Aber der Reihe nach. Samstag hatte ich ein emotionales Erlebnis zuviel, von einer ganzen Reihe von schönen und schwierigen Erlebnissen an diesem Tag. Fakt war, dass ich ziemlich viel geweint habe, viel mit mir gehadert habe, völlig belegt war, emotional, gedanklich, wie auch immer. Trotzdem hatte ich mich abends soweit gefangen, dass ich zu "Sing a Song" in der Baptisten-Gemeinde gegangen bin. Was schön war, auch wenn ich mit den zu christlichen Liedern dann doch ein wenig Probleme habe. Womit ich keine Probleme hatte, was wunderschön war, war der Chor Celebration aus der befreundeten Gemeinde in Mühlhausen, Thüringen. Wunderbare Lieder mit wunderbaren Texten. Über Masken, die man trägt, dass Gott einen so geschaffen hat, wie man ist, und es deshalb logisch ist, dass man so geliebt ist, so gewollt ist, wie man ist. Was in meiner psychischen Verfassung natürlich Labsal war, mich aber nicht unbedingt stabilisiert hat. Egal. Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder. Ich hatte mich mit einer Freundin verabredet zum Fest der AG Flüchtlingshilfe im Bürgergarten am Teich. Dort gibt es genug Gelände, dass ich eine gute Stunde am Teich sitzen konnte, aufs Wasser geschaut habe, und mich wieder beruhigt habe. Dachte ich. Habe mich ganz normal mit den Leuten unterhalten, die ich kenne, habe mit ein paar von den Flüchtlingen gequatscht, ein netter Abend. Und bin dann nach Hause. Der Bürgergarten ist so nah bei mir um die Ecke, dass ich da immer zu Fuß hingehe. Also bin ich auch zu Fuß nach Hause. Nur - hin bin ich mit dem Fahrrad. Da kam ich schließlich aus der Stadt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass mein Fahrrad da heute Abend noch steht. In mir drin ist heute morgen gleich der ganze Film abgelaufen. Ärgern, Polizei, Anzeige, ärgern, neues Fahrrad besorgen, noch mehr ärgern. Dabei habe ich nur in meinem ganzen inneren Durcheinander vergessen, das Fahrrad Samstag Abend mit zu nehmen. Die ganze Geschichte macht mir nochmal klar, wie sehr emotionales Belegt- und Beschäftigt-Sein klares Denken und Wahrnehmen der Alltagsrealität beeinträchtigt.
Montag, 12. Juni 2017
Es gibt immer eine, die besser ist
Vor allem gibt es immer einen der besser ist. Ich gehe mit
Männern noch schneller in Konkurrenz als mit Frauen. Ich wäre gerne eine
begnadete Bastlerin, ich würde gerne super gut kochen können, ich wäre gerne
erfolgreich und reich (geldreich als Analogie zu erfolgreich gibt es irgendwie
nicht in der deutschen Sprache). Dabei kann ich ganz gut kochen, das was ich
im Alltag an Basteleien brauche, kriege ich hin. Ich verdiene gutes Geld, und –
nun je – wonach bemisst sich Erfolg? Denn genau das ist doch das Problem an
dieser Sorte Wünsche. Sie lassen sich nur erfüllen über einen Vergleich. Ich
gehe damit in Konkurrenz zu wem auch immer. Entweder bin ich schlechter (und
fühle mich dann schlecht) oder ich bin besser (und fühle mich auch schlecht,
weil ich vermute, dass ich verursache, dass der andere sich schlecht fühlt).
Und in diesem Riesen-Universum gibt es immer jemand, der dieses oder jenes besser
kann als ich. Deutlich besser. Wenn ich an all die großen Dichter und
Dichterinnen denke, dann könnte ich verzagen. So gut werde ich nie schreiben
und mit Sprache umgehen können. Oder all die Journalisten und
Schriftstellerinnen, so professionell werde ich nie schreiben.
Warum auch? Sie sind nicht ich und ich bin nicht sie. Meine
Stimme, meine Worte sind Ausdruck meiner Selbst und als solches genau richtig
für mich, für meine Bedürfnisse, für mein Leben. Und müssen ausgedrückt werden
durch mich. Wer sonst soll mich ausdrücken außer mir? Nur ich kann das tun. Nur
meine Stimme macht das Konzert meines Lebens vollständig.
Das Gute an der Vergleicherei ist, dass es mir zeigt, was
mir wichtig ist. Und mir zeigt, wohin ich wachsen kann. Deine Sehnsüchte sind
deine Möglichkeiten von Robert Browning ist gerade meine Spruch bei Whatsapp.
Das Gleiche ist mit dem Singen. Ich kann ganz passabel
singen, aber es wird nie für eine Solorolle in einem Laienspiel reichen. Warum
auch? Das ist etwas, nach dem ich mich eben nicht sehne. Ich möchte singen,
aber ich möchte nicht Leadsängerin sein. Die Show moderieren, das sofort. Aber
das ist keine Sehnsucht, sondern eine reelle Erfahrung. Das war eine Sehnsucht,
und ist nun eine Möglichkeit.
Wohin führen mich meine Sehnsüchte jetzt? Wenn sie doch
meine Möglichkeiten sind, dann geht der Weg dort entlang. Auf Reisen, erst
durch Deutschland, in den nächsten Jahren hoffentlich wieder in die weite Welt.
In die Spiritualität, in ein Vertrautsein mit den Geistern, mit Gott, der Allschöpferin
oder wie auch immer es sich mir zeigt. In eine neue Beziehung, die momentan
größte Sehnsucht und größte Angst. An der Angst geht es entlang sagt Fritz Pearls.
Oder war es Viktor Frankl?
Das Sein, mein Sein, mein Ich-Sein als genau richtig, als
nicht zu viel und nicht zu wenig begreifen. Und trotzdem Wachsen, weiter
wachsen einem wie auch immer gearteten, unbestimmten Ziel zu.
Freitag, 12. Mai 2017
PIKNIK
Heute ist der große Tag. Konzert von Piknik in Berlin. Nachher geht es los, in meinem Bauch kribbelt es vor Vorfreude. Ein Lichtblick nach den schwierigen Tagen der letzten Wochen. Ein großer Wehmutstropfen bleibt. Ich fahre allein. Alle meine Menschen um mich herum sind so mit sich beschäftigt, haben soviel anderes zu tun. Haben andere Interessen, einen anderen Musik-Geschmack. Da bin ich endlich in der Lage, nach der Depression und dem Burn out wieder Menschen nah an mich heran zu lassen, und gehe dann doch allein zu einem Konzert, dass mir unendlich viel bedeutet.
Mittwoch, 8. Februar 2017
Der Trend geht zum Zweitbuch
Ich wollte NUR eine Landkarte von Italien als Geschenkchen kaufen. Herausgekommen bin ich aus dem Buchladen mit der Landkarte und zwei Büchern. Davon habe ich gleich eins weiter verschenkt, damit mein Bücherregal leer bleibt. Ich lese ziemlich viel. Ich besitze drei gültige Bibliothekskarten, die ich gerne und viel nutze. Das Kindle ist nach knapp 5 Jahren bei 504 heruntergeladenen Büchern angekommen, bei Kindle Unlimited muss ich zum Glück nach 10 ausgeliehenen Büchern wieder ein Buch zurück geben, bevor ich das nächste runterladen kann. Lesen macht mich glücklich und sorgt für meine psychische Ausgeglichenheit.
Welches Buch ich mir gekauft habe? Das Naturerbe der Welt. Die faszinierendendsten Nationalparke, Schutzgebiete und Biospärenreservate der Erde. Nach der Konvention der UNO.
Welches Buch ich mir gekauft habe? Das Naturerbe der Welt. Die faszinierendendsten Nationalparke, Schutzgebiete und Biospärenreservate der Erde. Nach der Konvention der UNO.
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Samstag, 21. Januar 2017
Shine on, you crazy diamond
"Es gibt so viel schlechte Musik, lasst uns geile gute Musik hören." Abschlussworte des Gitaristen heute Abend. Und Pink Floyd ist klasse Musik. Barth, Vineta Sportarena. Auf der Eintrittskarte steht Mehrzweckhalle. So ein Quatsch. Ich kenne die Location. Eine solide Dreifelder-Sporthalle. So war schon 1980 meine Turnhalle im Gymnasium in Erkelenz konstruiert, so ist die Turnhalle des Gymnasiums der Kinder in Barth 2010 gebaut worden. Für heute Abend sind alle drei Teile offen. So sehe ich das bizarre Bild, wie neben den Bühnen-Scheinwerfern die hochgezogenen Ringe baumeln. Ein tiefempfundener Respekt vor den Tontechnikern, die die Halle beschallen. Pink Floyd Musik ordentlich auszusteuern ist schon nicht leicht, erst recht nicht in so einer Halle mit ausgelegtem Teppichboden und nach oben ganz viel Hallraum. Und die Band ist gut, die verdient ordentliche Technik. The Magical Mystery Band plays Pink Floyd. Ein Ohrenschmaus allererster Güte. Zweieinhalb Stunden Pink Floyd vom Feinsten. Und dann die Texte. Coming back to life hat mich schon umgehauen. 🎵The moment has arrived for killing the past and coming back to life🎵. Gerade als Abschluss dieser Woche das absolut richtige Statement. Was aber richtig gefetzt hat, war Shine on, you crazy diamond. Weil ich einfach glücklich war heute Abend. Ich kann wieder zwei Stunden intensiv Musik hören, ohne dass es mir zu viel wird. Ich kann tanzen, laut mitsingen, leuchten, scheinen. Ich darf so verrückt sein, wie ich bin, und gleichzeitig ein Diamant reinster Güte sein.
🎵Shine on, you crazy diamond🎵
🎵Shine on, you crazy diamond🎵
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Mann über Bord
Und immer wieder Motorboot fahren üben. Gegen die Angst und
die Unsicherheit anfahren. Üben, das Boot zu verstehen, mit dem Boot eins zu
werden auf dem Wasser. Aus dem vollen Speed aufstoppen. Gemächlich vor sich hin
tuckern, und bei dem Ausruf „Mann über Bord“ instinktiv wissen, was zu tun ist.
Auskuppeln, Steuer einschlagen, in einer einzigen fließenden Bewegung. Ich – ICH
– bin die Kapitänin auf meinem Boot. Wie auf dem Wasser so auch im Leben. Therapeutisches
Boot fahren.
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