Donnerstag, 14. Dezember 2017

Globale Geographie?

Ich bin immer wieder in der Pampa unterwegs.

(Netz-)Wüste im Hochwald. Argentinien, Algerien, Alpen? Nein – Wanderung im Schwarzwald. Was für mein Handy aber nur eines bedeutet: kein Empfang.

Reise im IC durch Nordrhein-Westfalen, durch Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern. Auch hier das Pampa-Gefühl in der Netz-Wüste. Westen, Norden, Osten.

Mit meiner blauen Regenjacke, gekauft im Westen, dauerhaft getragen im Nordosten, streife ich durch den Südwesten. Himmelsrichtungen, Länderecken in Deutschland.



Egal wo ich bin, mich selbst trage ich immer bei mir, eingespannt in das Himmelsnetz der Windrichtungen

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kurvendefinition

Knapp 12 kg habe ich jetzt abgenommen. Ich sehe das nicht im Spiegel, aber die Hosen rutschen und ich werde angesprochen, dass ich dünner aussehe. Jetzt muss ich die nächste Entscheidung treffen. So bleiben oder weiter abnehmen. Im Monatstip meiner Freundin (und Coach und Trainerin) Eva Thomas war im November ein Tip "Geht's noch", was wir unseren Körpern antun. Und dann ist die Sache klar. Weiter abnehmen. Für meine Knie und Gelenke ist es besser. Ich muss nur mit mir selbst eine Kurvendis(s)kussion führen. Ich mag meine Kurven, so wie sie sind. Mich selber nicht dissen und auf Kurvendefinition vertrauen. Und erst einmal für drei Monate das jetztige Gewicht stabilisieren, bevor es weiter geht.

Zwischenzeitlich aber ist Vorweihnachtszeit und überall lockt die süsse Versuchung. In meinem Büro steht der Schoko-Adventskalender. Ich bleibe standhaft und verwöhne meine Besucher*innen mit einem Schokostückchen zum Kaffee.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Woche der Weihnachtsfeiern

Nun ist der Mensch ein soziales Wesen und ich natürlich auch. Insofern bin ich in diversen Grüppchen, Gruppierungen, Freundeskreisen und natürlich Teil eines Teams auf der Arbeit. Fast alle haben sich für diese Woche entschieden, um die Jahresendfeier durch zu führen. Jeden Tag sitze ich also diese Woche mit Leuten zusammen, trinke Glühwein, oder esse Kekse und Stollen. An manchen Tagen sogar zweimal. Gestern und Donnerstag zwei Feiern, morgen die ganz große Weihnachtsfeier der HOST, Freitag mit meinem Jahreskreis Wintersonnenwende. Samstag werde ich den ganzen Tag damit verbringen mich auszukurieren und den fehlenden Schlaf nachzuholen. Denn dazwischen will die normale Arbeit natürlich auch noch gemacht werden.

Montag, 4. Dezember 2017

Alltägliche Risiken

Alle reden über Terrorgefahr auf den Weihnachtsmärkten. Über die wirklich häufigen Gefährdungspotentiale, darüber redet kaum einer. Im Moment muss ich dreimal die Woche nach Greifswald. Nun bin ich selbst auch eher eine forsche Fahrerin. Doch überholt werden, wenn man selbst auf der Landstraße mit 110 oder 120 km/h unterwegs ist, heißt im Klartext, der andere ist noch schneller zu schnell. Heute auf dem Hinweg sehe ich die Lichterschlange der entgegen kommenden Autos stehen. Ein Unfall an der Einmündung auf die Bundesstraße. Ich fahre an der Unfallstelle vorbei, sehe die beiden zerbeulten PKWs. Als mir der zweite und dritte Rettungswagen mit Blaulicht und Tatütata entgegen kommt, wird mir doch ganz anders. Auf dem Rückweg kommen mir die Rettungswagen auf dem Weg inns Klinikum Greifswald wieder entgegen. Also fahre ich extrem vorschriftsmässig. Zum Glück. Im Wald laufen mir dann auch noch zwei Hirschkühe fast ins Auto. Als ich an der Unfallstelle vorbei komme, stehen die beiden Unfallautos verlassen an ihrer Einmündung, ein Polizeiauto hält noch Wacht. Wer räumt eigentlich jetzt diese Autos weg?

Montag, 27. November 2017

Moderne Funktionsarchitektur

Seit ich auf meiner Deutschlandreise soviel Bauhaus gesehen habe, ist mein Blick für Moderne Architektur noch geschärfter. Ich mag klare Formen, kräftige Farben und erkennbare Funktion an einem Gebäude.
Ich mag es, wenn ein Gebäude eindeutig eine moderne Formensprache aufweist, auch inmitten eines Gebäudeensembles oder Stadtviertels aus einer anderen Zeit. D.h. ich mag das Ozeaneum in seinen hellen geschwungenen Stahlformen inmitten der dunkelroten kantigen Backsteinspeicher aus dem 19. Jahrhundert.
Hier in Mülheim, an der Hochschule Ruhr West ist es andersherum. Inmitten eines bunten, gewachsenen Viertels aus der Jahrhundertwende um 1900 mit den verputzten und bemalten Fassaden der gründerzeitlichen Wohnhäuser steht der eckige Campus mit seinen Hochschulgebäuden aus graugelbem Klinker, Glas und rötlichen Metallrippen und -rahmungen.


 Aussen eckig, innen rund


Sonntag, 26. November 2017

Mittelzentrum

Die Definition für Großstadt heisst ab 100.000 Einwohner*innen aufwärts. Davon gibt es in Deutschland 79 Stück. Wenn ich mir die Liste angucke, kenne ich die allermeisten. Lücken sind vor allem im Ruhrgebiet, wo ich die Städte nur vom Namen auf dem Autobahnschild oder vom Durchfahren mit dem Zug kenne. Doch dieses Wochenende verbringe ich in Mülheim und schliesse ein paar Wissenslücken. Mülheim hat ca. 170.000 Einwohner und zählt damit als Großstadt. Nur - Mülheim liegt im Ruhrgebiet, in unmittelbarer Nähe von wirklichen Großstädten.

Stralsund ist - gemeinsam mit Greifswald -  ein Oberzentrum. Mülheim ist nur ein Mittelzentrum. Mittel- und Oberzentrum sind geographische Begriffe, die in der Städte- und Raumplanung definieren, was eine Stadt im Gegensatz zum Umland an Institutionen, Einkaufsmöglichkeiten und Verwaltung hat. Bei mir in Vorpommern ist Ribnitz-Damgarten ein Mittelzentrum, im Ruhrgebiet heissen die Oberzentren Düsseldorf und Essen.  Und dann wird schon klar, wo mich der Schuh drückt. Mülheim hat ca. 170.000 Einwohner*innen, Stralsund und Greifswald zusammen kommen nicht mal auf 120.00. In meinem Oberzentrum Stralsund mit knapp 60.000 Einwohner*innen ist der Hund verfroren, so wie im Mittelzentrum Mülheim. In beiden werden die Bürgersteige gegen 19 Uhr hoch geklappt,  ist das Kultur-  und Shopping- Angebot überschaubar. Woran man mal wieder sieht, reine Zahlenwerte sagen nicht viel über die Wirklichkeit. Was zählt, ist das Gesamtbild. Und da unterscheiden sich Mülheim und Stralsund nicht wirklich. Ich habe ziemlich recherchiert, bis ich ein ansprechendes Besuchsprogramm in Mülheim zusammen hatte.
Livemusik

In Rick's Cafe 

Donnerstag, 23. November 2017

Kalenderblätter

Aus dem Alltag einer Gleichstellungsbeauftragten:
Bei uns an der Hochschule gibt es ein student racing Team, dass ziemlich erfolgreich an den student formula teilnimmt.
Baltic Racing Team der Hochschule Stralsund 2017
Wir waren die erste Hochschule, die so ein Team in Deutschland gegründet hat, und die Herausforderung ist jedes Jahr: Woher das Geld für den Bau eines Rennwagens hernehmen? Wir sind eine strukturschwache Region, da ist das gar nicht so einfach, Firmen zu finden, die dafür (viel) Geld geben. Zum Mythos Formel 1 gehört das Boxenluder, und so wird seit Jahr und Tag vom Racing Team ein Kalender produziert, mal mit mehr, mal mit weniger Frauenhaut. Über die Jahre habe ich mich mit dem Racing Team und Mitgliedern der Hochschule gezofft, über Sexismus, nackte Frauenhaut, sexy oder erotisch, Image der Hochschule, Rollenstereotype. Ein paar Jahre durfte ich den Kalender vorher sehen, so dass ich auf die Diskussionen vorbereitet war. Über die Jahre war immer mal wieder ein Kalenderblatt dabei, dass mich amüsiert hat. Intelligent, witzig, ansprechend.

Baltic Racing Team Kalender Dezember 2011
Dieses Jahr ist die Diskussion umgekehrt. Die Anhänger der Pin up-Kalender sind völlig frustiert und ich bin beglückt. Die Studierenden haben (natürlich mit dem Rennwagen) in der Stadt und Umgebung Filmszenen, berühmte Fotos und bekannte Plattencover inszeniert. Wunder-, wunderschön. Das ist der erste Racing Team Kalender, den ich mir gekauft habe.