Sonntag, 3. Oktober 2021

Und sonst so in Locarno?

Locarno ist ein wunderhübsches Städtchen am See, mit viel alter Bausubstanz. Es sieht immer wieder aus wie in Italien und ist doch Schweiz. 












Das Parkhaus heißt hier Autosilo. Klasse Kernzusammenfassung der Funktion. 


 

Schwytzerdütsch ist eben eine eigene Sprache 




Kreative Verwendung eines Blumenuntersetzers







In übelsten Vulgärlateinitalienischfranzösisch
 lese ich Voila Eva aka Eva fliegt und reist. Sehr sehr freie Übersetzung, die für mich aber sooo stimmig ist.


Si zur Heirat für alle. Die Schweiz hat Ende September Volksabstimmung dazu. 99 % dafür ist das Ergebnis. 

 

Locarno gefällt mir. Auch wenn ich keine 24 Stunden hier war.

Der Geist von Locarno

Finster erinnere ich, irgendwo, irgendwann schon mal was vom Geist von Locarno gehört zu haben. Doch Näheres? Fällt mir nicht ein. Zum Glück gibt es in der Stadt Informationstafeln, die zu einen Rundgang des Friedens gehören. 


In Locarno wurde 1925 europäische Geschichte gemacht. 




Alle drei beteiligten Staatsmänner, Chamberlain, Briand und Stresemann haben 1925 bzw. 1926 den Friedensnobelpreis dafür bekommen. 

Mit dem Wissen um die Ermordung Stresemanns 1927 und um den 2. Weltkrieg mutet das zugenagelte Grand Hotel noch trübsinniger an.



Das Grandhotel als zentraler Ort des Geschehens verbrettert. Da stellt sich mir sofort die Frage: Wie sieht es denn heute mit dem Geist von Locarno aus?

Wir haben Frieden in Europa, doch im Bereich friedlicher Geist gibt es eine Menge Luft nach oben.

Jeden cm Grenze haben wir in Europa über die Jahrhunderte blutig ausgekämpft, wir erinnern das nur nicht mehr so, weil es schon so lange her ist. Heute erlebe ich keinerlei Grenzkontrollen auf meiner Reise durch drei europäische Länder, weder an der Grenze zu Österreich noch zur Schweiz lässt sich ein Grenzer sehen, weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt. 



Ich bin erneut so dankbar über die 75 Jahre Frieden in Europa, dass ich oben auf dem Berg, in der Wallfahrtskirche eine Kerze anstecke.

 


Heilige Berge

Einer der Weltkulturerbepunke, die mir noch fehlen sind die Sacri Monti, die Heiligen Berge. Hier in Locarno gibt es einen solchen Heiligen Berg, aber er gehört nicht zu den sieben Weltkulturerbe-Bergen. Die gibt es nur in Norditalien. Trotzdem ist es beeindruckend.


Der Blick auf die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso ist beeindruckend,  der Blick von oben hinunter auch.







Im Inneren beeindrucken mich die Bodenmosaike. Besonders aber begeistern mich die Paramente . Weibliches (Kunst)Handwerk vom Feinsten. 










Was mich aber umhaut, sind die Zeugnisse der Volksfrömmigkeit. Gestickte, mit Perlen bestickte, geklöppelte Herzen, aber auch Herzen feingeschmiedet aus Silber,  Herzen in Hülle und Fülle an den Wänden der Kirche. Welche Dankbarkeit für Heilung und Unterstützung sich darin ausdrückt.


Hoch und runter fahre ich mit der Funicolare, der Standseilbahn von 1906. 





Samstag, 2. Oktober 2021

Einschulung

14.08.2022

Meine Nichte wird eingeschult. Sie ist die mittlere von Dreien, insofern muss ich drei Schultüten basteln. Denn das weiß ich nur zu genau: Die anderen beiden werden schließlich Geschwister von einem Schulkind, da ist wenigstens eine kleine Geschwistertüte angesagt. Und weil ich so im Schwung bin, bastel ich auch noch gleich eine Mutterschulkind-Einschulungstüte.

 


Als ich meine Töchter frage, was denn als Geschenk für die Einschulung angemessen ist, erzählen sie mir beide von ihrer Einschulungsuhr. Die berühmte Flikflak-Uhr, Schwester und Bruder sind kleiner und großer Uhrzeiger, phänomenal durchdacht zum Uhr lernen in der Grundschule. Flikflak ist eine Marke von Swatch-Uhren, und das Angebot an rosa Uhren lässt mein Mädchenherz höherschlagen. Ich bin sehr versucht, mir auch so eine rosa Uhr zu kaufen. Es ist einfach eine coole Farbe!


 

 

Wilhelmshaven mit den Kiel Ladies



Von 1988-1993 habe ich in Kiel studiert, Ur- und Frühgeschichte, Geographie und Botanik. In den archäologischen Fächern war es damals schon normal und gewünscht, dass man ein oder zwei Semester an eine andere Uni ging. Und so bin ich nach der Zwischenprüfung nach Kiel gegangen, wie jede Menge anderer meiner Kommiliton*innen auch. Und wie viele andere auch bin ich dann dort hängen geblieben. Aus dieser Zeit in Kiel resultiert neben der Freundin, mit der ich meine archäologischen Reisen mache, die Freundschaft mit den Kiel Ladies. Seit 2011 treffen wir uns reihum alle zwei Jahre bei einer von uns. Letztes Mal, 2019, waren wir in Stralsund, jetzt ist Wilhelmshaven dran.




Wir bewundern die Kirche in Neuender.










Geplanter Notausgang bei Konzerten. Innendrin gibt es immerhin eine Treppe...


Wir wandern über den Kirchsteg, der sich als grünes Band durch die Stadt zieht. 





Kleine Rundbunker an jeder Ecke. Wilhelmshaven wurde im 2. Weltkrieg heftig bombardiert wegen der Werftindustrie, hatte aber wenig Tote aufgrund der vielen Bunker.




Das Rathaus und vor allem die Backsteinlöwen davor beeindrucken mich am meisten. Ich erwarte jeden Augenblick das Filmset für einen Stummfilm von Fritz Lang zu entdecken. 







Natürlich gucken wir auch dem Einlauf der Segelregatta der Traditionssegler zu, gucken uns die alten Hafenanlagen und den Jadebusen an.








Doch die meiste Zeit hocken wir einfach zusammen, quatschen und freuen uns  dass wir uns haben.